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Elektroschrott-Atlas Deutschland: Regionale Unterschiede bei der Entsorgung

Neue Untersuchung von MediaMarktSaturn analysiert die Elektroschrott-Sammelquoten von 53 deutschen Städten und zeigt, wie der Handel eine Schlüsselrolle bei der Rückgabe von alten Elektrogeräten einnehmen kann.


Was passiert mit ausgedienten Elektrogeräten in Deutschland? Eine aktuelle Untersuchung von MediaMarktSaturn hat die Abgabemengen von Elektroschrott in 53 deutschen Städten ermittelt und zeigt dabei erhebliche regionale Unterschiede auf. Die Analyse verdeutlicht zudem, dass die 2024 gesammelte Menge an Elektroschrott nur einem Bruchteil der im selben Zeitraum neu in Verkehr gebrachten Geräte entspricht. Das Potenzial der Händlerrücknahme ist dabei bisher kaum ausgeschöpft.

In Kürze - So sammelt Deutschland Elektroschrott:

  • Missverhältnis: Neu in Verkehr gebrachte Elektrogeräte übersteigen den gesammelten Elektroschrott 2024 um das Vierfache.
  • Regionale Kluft: Kleinstädte erfassen mehr Elektroschrott pro Kopf als Großstädte (Baden-Baden: 10,05 kg vs. Frankfurt am Main: 3,18 kg).
  • Potenzial bei Kleingeräten: Nur 4,6 % der zurückgegebenen alten Kleingeräte (SG5) werden über den Handel entsorgt.
  • Infrastruktur ist nicht alles: Eine höhere Dichte an Sammelstellen führt nicht automatisch zu höheren Sammelmengen.


Die vollständige Auswertung mit den Daten zu den einzelnen Städten finden Sie auf der Studienseite des Elektroschrott-Atlas


E-Schrott-Bilanz: Missverhältnis bei Groß- und Kleingeräten

Die Auswertung der aktuellen Zahlen der EAR macht eine erhebliche Diskrepanz deutlich: Einer Menge von 2,8 Millionen Tonnen neu in Verkehr gebrachter Elektrogeräte im Jahr 2024 standen 676.038 Tonnen an gesammelten Elektroschrott gegenüber. Besonders bei Groß- und Kleingeräten, die zusammen 81 % des „Inputs“ ausmachen, ist die Lücke besonders auffällig: Hier entsprach die im selben Jahr gesammelte Elektroschrott-Menge nur etwa einem Fünftel der neu auf den Markt gebrachten Menge.

Unterschätztes Potenzial: Die Rolle des Handels

Wie werden die alten Elektrogeräte gesammelt? Gerade bei Kleingeräten wie Smartphones oder Toastern sind die Rückgabe-Hürden an sich gering, da Händler wie MediaMarktSaturn gesetzlich zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet sind – auch ohne Neukauf. Die Analyse verweist jedoch auf eine auffällig geringe Nutzung dieses Kanals: Nur 4,6 % der zurückgegebenen Kleingeräte wurden 2024 über den Handel erfasst. Die meisten Verbraucher fahren stattdessen zum Recyclinghof.

Städte-Quoten: Kleinstädte sind Sammelmeister

Gibt es regionale Unterschiede bei der Registrierung von Elektroschrott an den kommunalen Sammelstellen? Für den regionalen Vergleich wurden die aktuellsten verfügbaren Sammelquoten von 53 Städten ausgewertet. Die Zahlen zeigen, dass kleinere Kommunen pro Kopf mehr Elektroschrott erfassen. Unter den Großstädten mit über 500.000 Einwohnern liegt nur Nürnberg (6,55 kg/Kopf) knapp über dem Bundesdurchschnitt von 6,5 kg. Im Gegensatz dazu erreichen Kleinstädte wie Baden-Baden (10,05 kg/Kopf) und Flensburg (9,54 kg/Kopf) Spitzenwerte. Die höchste absolute Menge erfasst Berlin mit 14.237 Tonnen.

Sammelstellen-Dichte allein ist nicht entscheidend

Führt eine bessere Infrastruktur automatisch zu höheren Sammelquoten? Die Analyse der 53 Städte zeigt: nicht zwangsläufig. So wird in Heilbronn, wo nur 3.000 Einwohner auf eine Sammelstelle kommen, pro Kopf nicht mehr Elektroschrott gesammelt als in Karlsruhe mit 20.000 Einwohnern pro Sammelstelle.


Die Analyse zeigt also auch: Nicht allein die Infrastruktur, sondern auch das Bewusstsein der Verbraucher und das Wissen um die fachgerechte Entsorgung sind entscheidende Hebel, um die Recyclingquoten zu verbessern.


Über die Methodik
Für die Analyse wurden die öffentlich zugänglichen Abfallbilanzen sowie direkte Anfragen bei 53 deutschen Städten ausgewertet, die zusammen rund 22 Millionen Einwohner repräsentieren. Die nationalen Vergleichswerte stammen aus der Jahresstatistik 2024 der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR). Diese erfasst ausschließlich Geräte, die über verbraucherrelevante Rückgabewege gemäß ElektroG offiziell gemeldet wurden. Abweichungen zu anderen Quellen können sich ergeben, da dort zusätzlich gewerbliche Kanäle und Direktanlieferungen berücksichtigt werden, die nicht über das ElektroG gemeldet werden.

Lara Bühler Neu

Lara Bühler

Pressesprecherin HR & Brand

presse@mediamarktsaturn.com